Vortrag und Gespräch

Samstag

11

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08

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2018

12:05 Uhr

Eintritt frei, Spende willkommen

"Nicht nur Felix – das reiche kulturelle Erbe der Familie Mendelssohn"

Referentin: Chaja Boebel, Berlin

Moderation: Barbara Paul (SWR)

In Familiengeschichten spiegeln sich Geschichte und Kultur des Landes wider, in dem diese Familien leben. In den Familienmitgliedern spiegeln sich aber auch die Geschichten ihrer Vorfahren.

Manchen ergeht es dabei so wie Abraham Mendelssohn, den erfolgreichen, heute lang vergessenen Bankier, der im fortgeschrittenen Alter seufzte: „Früher war ich der Sohn meines Vaters, jetzt bin ich der Vater meines Sohnes“.

Der Vater war Moses Mendelssohn, der Berliner Philosoph und Aufklärer, Übersetzer der Thora ins Deutsche, Freund Lessings und Lavaters, ein orthodoxer Jude. Der Sohn war Felix Mendelssohn Bartholdy, Komponist, Wiederentdecker der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach, Verfasser großer Oratorienwerke, Protestant.

Zwischen der Geburt des Großvaters 1729 und der des Enkels, 1809, lagen keine hundert Jahre, aber sie stehen für zwei unterschiedliche Welten und Selbstverständnisse.

Die Geschichte der Mendelssohns steht exemplarisch für Aufklärung, Assimilation und Antisemitismus. Neben dem Aufklärer Moses, seiner Tochter Dorothea, der späteren Frau Friedrich Schlegels, Felix und seiner ebenfalls komponierenden Schwester Fanny zieht sich die Geschichte dieser preußisch-deutsch-jüdischen Familie bis ins 20. Jahrhundert und spiegelt in allen Facetten.

Der Vortrag wird unter anderem folgenden Fragen nachgehen: Was war dem Enkel das Judentum des Großvaters? Wie nahmen ihn Zeitgenossen wahr, galt er ihnen als ebenbürtiger preußischer Protestant? Und wie gestaltete sich die Mendelssohn-Rezeption im Verlauf des 19./20. Jahrhunderts?

Mitwirkende