Kleines Konzert

11/8/2017

17:30 – 18:15 Uhr

Zum Gedenken an die 1938 zerstörte Synagoge

Nach der Vertreibung der Juden aus den Städten des Mittelalters wurde das Landjudentum auf Jahrhunderte zur vorrangigen Existenzweise der jüdischen Bevölkerung. Es war in ganz Süddeutschland anzutreffen – vor allem im deut­schen Südwesten, wo die Juden einem wechselhaften Schicksal zwischen Tole­rierung und Vertreibung ausgesetzt blieben. Auch an Bodensee und Hochrhein gab es sogenannte Judendörfer, in denen ein heimattreues, halbbäuerliches und selbstbewusstes Judentum lebte. Wangen auf der Höri, in dem die jüdische Gemeinde 1865 mit 233 Mitgliedern ihren zahlenmäßigen Höhepunkt erlebte, war eines von ihnen.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts hatten die Wangener Juden eine eigene Synagoge, ein kleines hölzernes Gebäude, dem ein Vorsinger vorstand. 1826 wurde die steinerne Synagoge unmittelbar am Seeufer errichtet. Dieses Gebäude wurde am 10. November 1938 von SS-Mannschaften aus Radolfzell zerstört. Seit den 1960er Jahren erinnert ein Gedenkstein an das Verlorene, 2007 wurde die Gedenkstätte Jacob Picard im Wangener Rathaus eröffnet, 2010 hat der Gäste-, Kultur- und Dorfverein die historische Zugangssituation zur Synagoge mit einem „Tor zum Gedenken“ nachempfunden. 

An diesem Platz wird unser Konzert stattfinden.

Nach einer kurzen Erläuterung von Dr. Anne Overlack spielt das Eliot Quartett Werke jüdischer Komponisten.

György Kurtág  (*1926)
Officium Breve in memoriam Andreae Szervánsky, op. 28

Ernest Bloch (1880 – 1959)
Prelude für Streichquartett
In den Bergen: Zwei Skizzen für Streichquartett  und  Rustic Dance

Mitwirkende